Rückkehr zu Hilfsmittel-Ausschreibungen: Warum Sparen am falschen Ende Patienten und Sanitätshäuser bedroht

Ein Gesetzesvorhaben wirft Schatten voraus: Die geplante Wiedereinführung von Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung stößt bei Branchenexperten, Sanitätshäusern und Patientenvertretungen auf scharfe Kritik. Was auf dem Papier wie eine bürokratische Sparmaßnahme der Krankenkassen aussieht, droht in der Praxis zu einer massiven Verschlechterung der Versorgung und zum Verlust persönlicher Betreuung vor Ort zu führen.

Was bedeuten Hilfsmittel-Ausschreibungen überhaupt?

Bei einem Ausschreibungssystem schreiben Krankenkassen Versorgungsaufträge für Hilfsmittel (wie z. B. Rollstühle, Pflegebetten, Inkontinenzmaterial oder Kompressionsstrümpfe) gebündelt aus. Den Zuschlag erhält in der Regel der Anbieter mit dem niedrigsten Preis.

Das Problem daran: Oft setzen sich dabei Großanbieter oder reine Versandhändler durch, die überregionale Monopole bilden. Regionale Sanitätshäuser, die durch persönliche Beratung, Vor-Ort-Anpassungen und raschen Service glänzen, haben bei reinen Preisschlachten kaum Chancen oder werden vertraglich komplett von der Versorgung ausgeschlossen.

Die Katastrophe für Patientinnen und Patienten: Versorgung nach Sparpreis statt nach Bedarf

Für betroffene Menschen, die im Alltag zwingend auf verlässliche medizinische Hilfsmittel angewiesen sind, bedeutet dieses System eine enorme Belastung:

  • Verlust des gewohnten Ansprechpartners: Vertraute Sanitätshäuser vor Ort dürfen ihre Patienten häufig von heute auf morgen nicht mehr beliefern.
  • Einheitsware statt individueller Passform: Menschen sind individuell – Hilfsmittel müssen es auch sein. Bei reinen Sparverträgen drohen Anwendungsfehler, Mängel bei Qualität und Passgenauigkeit sowie langwierige Umtauschprozesse.
  • Fehlender Service vor Ort: Wenn das Hilfsmittel streikt oder eine Reparatur nötig ist, gibt es oft keinen direkten Ansprechpartner vor Ort mehr. Anrufe in anonymen Callcentern und lange Wartezeiten auf Paketsendungen sind die Folge.
Hausgemachter Druck auf die Sanitätshäuser: Steigende Kosten trifft staatliche Kürzung

Die Rückkehr zu Ausschreibungen trifft die Leistungserbringer in einer Phase, in der die betriebliche Belastung ohnehin historisch hoch ist. Es handelt sich um ein hausgemachtes politisches Problem:

  • 3 % Abschlag bei der Rechnungsstellung: Zusätzlich zu ohnehin knapp kalkulierten Vergütungen werden Leistungserbringern bei der Abrechnung pauschale Abschläge abgezogen. Das verringert die Margen der Betriebe weiter – bei gleichbleibendem Aufwand für Qualität und Verwaltung.
  • Massiver Kostendruck durch Energie und Logistik: Wie alle Unternehmen kämpfen auch Sanitätshäuser mit drastisch gestiegenen Preisen für Energie, Kraftstoffe, Raummieten und Beschaffung.
  • Fehlender Inflationsausgleich: Während die Betriebskosten steigen, bleiben die Vergütungssätze der Krankenkassen starre Festpreise oder sollen durch Ausschreibungen sogar noch weiter gedrückt werden. Das gefährdet die wirtschaftliche Existenz vieler Fachbetriebe.
Die Belastung für regionale Versorgungsstrukturen

Für uns als Sanitätshaus steht das Wohl und die Gesundheit unserer Kunden im Mittelpunkt. Ein ausschreibungsgetriebener Markt schwächt die Versorgungslandschaft nachhaltig:

  • Ausbluten der regionalen Infrastruktur: Die wohnortnahe, schnelle Versorgung geht verloren, wenn kleine und mittlere Sanitätshäuser aus dem Markt gedrängt werden.
  • Bürokratie statt Beratung: Viel Arbeitszeit muss für bürokratische Sonderanträge und Klärungen aufgewendet werden – Zeit, die eigentlich der individuellen Beratung des Patienten zugutekommen müsste.
  • Gefährdung der Versorgungsqualität: Ein Verdrängungswettbewerb, der nur den Preis im Blick hat, geht am Kern unseres Auftrags vorbei: Menschlichkeit, Fachkompetenz und Qualität.
Unser Versprechen an Sie

Aus der Vergangenheit wissen wir: Gesundheit lässt sich nicht in Rabattverträge pressen. Eine verlässliche Hilfsmittelversorgung benötigt Nähe, Barrierefreiheit, echten Service und Fachkräfte, die den Patienten zuhören.

Wir setzen uns auf allen Ebenen – gemeinsam mit unseren Verbänden und Partnern – für den Erhalt der freien Hilfsmittelwahl und die Stärkung der regionalen Versorgungsstrukturen ein. Unser Team steht Ihnen wie gewohnt persönlich und beratend zur Seite!


Kompetenz für Ihre Gesundheit – Sanitätshaus Jaspert & Kuhlmann

Mit unseren Standorten sind wir in Sendenhorst sowie zwei Mal in Ahlen, darüber hinaus in Oelde, Dülmen und Castrop-Rauxel vertreten. Als Ihr lokaler Ansprechpartner in Münster, im Münsterland und nördlichen Ruhrgebiet für Sanitätsartikel, Orthopädie und Rehatechnik bieten wir Ihnen an jedem unserer Standorte eine umfassende Beratung und ein breites Sortiment, das stets auf dem neuesten Stand ist. Von Rollatoren bis hin zu Schutzmasken finden Sie bei uns alles, was Sie benötigen.

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Wir freuen uns, zwei neue Gesichter begrüßen zu dürfen. 
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