Preiswert und wirtschaftlich ist nicht immer dasselbe!

Welche Änderungen sind vorgesehen?


Das Sanitätshaus Jaspert und Kuhlmann als auch der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik sieht die Versorgung der Patienten mit Hilfsmitteln, insbesondere in der Versorgungsqualität, gefährdet. Bisher wurde zum Beispiel ein Rollstuhl dem Patienten angepasst. Nun soll die Versorgung der Patienten zum Beispiel mit Rollstühlen, Rollatoren und Hilfsmitteln zur Inkontinenzversorgung öffentlich und landesweit ausgeschrieben werden. Die Geschäftsführer des Sanitätshauses sehen das kritisch und berufen sich hierzu auf die Stellungnahme des Fachbeirates technische Orthopädie: Da jeder Mensch einen unterschiedlichen Körperbau hat, muss jeder Rollstuhl auf den Patienten abgestimmt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen streben die Ausschreibung von Standard- und Leichtgewichtsrollstühlen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit an. Dabei sollte doch die Versorgungsqualität vorrangig sein und erhalten bleiben.

Bleibt die Qualität der Patientenversorgung wirklich erhalten?


»Nach unseren Kenntnissen ist der Preis das wesentliche Entscheidungskriterium für die Auswahl aus den an der Ausschreibung teilnehmenden Bewerbern«, kritisiert der Fachbeirat den Entwurf. Die Ausschreibung von Hilfsmitteln werde nicht grundsätzlich abgelehnt, jedoch haben sich in Studien Versorgungsmängel in Beratung, Lieferzeit und Qualität schon bewiesen. 

Rollstuhl ist nicht gleich Rollstuhl


Der Begriff »Standardrollstuhl« bedeute keinesfalls, dass jeder Rollstuhl für jeden Patienten geeignet ist. Der Patient ist auf eine fachgerechte Auswahl, Einstellung und Einweisung angewiesen. Im Rahmen der Ausschreibung werden verschiedene Rollstuhlarten miteinander gleichgesetzt, die jedoch unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. 

Service ist nicht gleich Service


Durch die Ausschreibung wird der Versorger unter Umständen weit entfernt von seinem Kunden sein. Dies bedingt, dass der Kunde keinen ortsnahen Service erhält: persönliche Beratung, Einstellung und Anpassung oder Reparaturservice. Ein Rollstuhl muss für den Nutzer rund um die Uhr einsatzbereit sein. Im Fall von Komplikationen sieht der Fachbeirat Probleme der Verantwortlichkeit und fordert die Möglichkeit, den Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) als Kontrollorgan einzusetzen.

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